Sharing-Crackdown
Nach Netflix greift jetzt auch Disney durch: Abo-Sperre ab Juni
Um die Profitabilität seines defizitären Streaming-Geschäftes zu erhöhen, will nach Netflix jetzt auch Disney durchgreifen und für seine Plattform Disney+ das Teilen von Passwörtern verbieten.
- Disney will Passwort-Sharing auf Disney+ verbieten
- Maßnahme ab Juni in ersten Ländern, bis September flächendeckend
- Teil von Strategie, Streaming-Geschäft profitabel zu machen
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Passwort-Sperre soll ab Juni kommen
Gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC gab CEO Bob Iger an, Disney wolle ab Juni in ersten Ländern damit beginnen, das Passwort-Sharing zu unterbinden. Bis September soll die Maßnahme dann flächendeckend ausgerollt sein.
Bereits im Januar hatte das Unternehmen auf seinen Plattformen Hulu, Disney+ und EPSN+ damit begonnen, das Teilen von Zugangsdaten einzuschränken. Disney war dabei Branchenführer Netflix gefolgt, das im vergangenen Jahr gegen das Teilen von Passwörtern vorgegangen war – und damit großen finanziellen Erfolg hatte.
Nur eine von vielen Maßnahmen
Das Vorgehen gegen Passwort-Sharing sieht der Konzernchef als nur eine von vielen Maßnahmen, sein Streaming-Geschäft profitabel zu machen. "Disney muss auf seinen Streaming-Plattformen das Engagement [seiner Nutzer] verbessern sowie die Ausgaben für Marketing und die Kundengewinnung reduzieren", gab Iger als Voraussetzungen für zweistellige Gewinnmargen an.
Die hatte der umtriebige Hedgefonds-Manager Nelson Peltz, der sich mit dem Unternehmen zuletzt einen Kampf um die Besetzung des Verwaltungsrates lieferte, bei seinem Einstieg im vergangenen Jahr gefordert. CEO Bob Iger gab gegenüber CNBC zu, dass diesbezüglich Netflix der Goldstandard der Branche sei.
Aufholjagd wird Zeit in Anspruch nehmen
Jamie Bridge, Analyst des Research-Hauses Third Bridge, gab im Anschluss an das Interview zu bedenken, dass es Netflix ein Jahrzehnt gekostet habe, ein Streaming-Geschäft mit zweistelligen Margen aufzubauen. Angesichts der Herausforderungen, vor denen Disney stehe, dürfte es daher eine Weile dauern, bis der Unterhaltungskonzern ähnlich ertragsstark sein wird.









Zwar war das Interview am Donnerstag vielbeachtet, zu großen Kursveränderungen in der Aktie hat es allerdings nicht geführt. Die fiel um 1,6 Prozent, war dabei aber in bester Gesellschaft des insgesamt schwächer handelnden Gesamtmarktes.
Die Aktie von Konkurrent Netflix gab um zwei Prozent nach, während Warner Bros. Discovery um 3,3 Prozent fiel. Einen ganz schwachen Tag erwischte Paramount Global, dessen Papiere um 8,5 Prozent nachgaben – die geplante Übernahme durch SkyDance Media, das vom US-amerikanischen Filmproduzenten David Ellison geführt wird, würde eine Kapitalerhöhung von rund drei Milliarden US-Dollar nötig machen.
Fazit: Aktie dürfte zunächst ausgereizt sein
Gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC stellte CEO Bob Iger seinen Plan vor, das defizitäre Streaming-Geschäft von Disney profitabel zu machen. Als eine der ersten Maßnahmen soll dabei gegen das Teilen von Zugangsdaten vorgegangen werden – eine Praxis, die bereits Konkurrent Netflix erfolgreich umgesetzt hat.
Bis das Unternehmen aber Netflix vergleichbare Margen aufweisen kann, dauert es einem Analysten zufolge noch einige Zeit. Bis dahin wird das Park- und Freizeitgeschäft die Streaming-Sparte weiter querfinanzieren müssen, was das weitere Aufwärtspotenzial der zuletzt gefragten Aktie mittelfristig limitieren dürfte.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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