Deutsche Bank wegen Streit über Madoff-Ansprüche verklagt
NEW YORK (dpa-AFX) - Zwei Hedgefonds haben die Deutsche Bank wegen eines Streits über Forderungen gegen den Milliarden-Betrüger Madoff in New York verklagt. Sie werfen laut einer am Mittwoch eingereichter Anklageschrift dem Institut vor, Entschädigungsansprüche nicht wie vereinbart übernehmen zu wollen.
Die Deutsche Bank hatte sich im August bereit erklärt, Forderungen der Fonds gegen die frühere Investementgesellschaft Madoffs im Wert von 1,62 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Dafür wurde laut 'Wall Street Journal' ein Kaufpreis von rund einer Milliarde Dollar vereinbart. Nun werfen die Anwälte der Deutschen Bank vor, den Betrag nicht überweisen zu wollen, weil das Institut den Preis inzwischen für zu hoch halte.
Hintergrund ist, dass sich der Madoff-Treuhänder Irving Picard zuletzt beim Eintreiben der Forderungen schwer tat und Niederlagen vor Gerichten hinnehmen musste. Die Folge ist, dass die Madoff-Gläubiger nach aktuellen Markteinschätzungen nur noch mit rund 60 Prozent ihres erlittenen Schadens zurückbekommen werden - vor einem halben Jahren wurde noch mit 75 Prozent gerechnet.
Der Kingate Global Fund und der Kingate Euro Fund von den Britischen Jungferninseln hatten praktisch ihr gesamtes Geld in die Madoff-Gesellschaft gesteckt und befinden sich nun ihrerseits in der Liquidation. Bernard Madoff sitzt wegen Betrug eine Haftstrafe von 150 Jahren ab. Er hatte das größte Schnellballsystem in der US-Geschichte betrieben, in dem er vermeintlichen Traumgewinne seiner Anleger mit dem Geld frischer Investoren bezahlte./enl/zb/tw