Kursexplosion um 13 Prozent
Darum geht diese Tech-Aktie am Mittwoch durch die Decke!
Der Unternehmenssoftware-Anbieter Intuit hat mit seinen am Dienstagabend vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Die Aktie geht daraufhin steil.
- Intuit übertrifft Erwartungen mit Quartalszahlen.
- Aktie steigt um 13 Prozent, beste Q2-Ergebnisse.
- Prognose für Gesamtjahr bekräftigt, Q3 enttäuscht.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Auf der Suche nach wachstums- und ertragsstarken Software-Aktien wird Intuit von Anlegerinnen und Anlegern häufig übersehen. Im Bereich KI dominiert Palantir das Nachrichtengeschehen, bei Unternehmenssoftware überschatten Oracle und SAP den Nasdaq-100-Wert und ausschüttungsorientierte Investoren wenden sich lieber Mitbewerber Paychex zu.
Das ist überraschend, denn über mangelnden Erfolg können sich Investoren nicht beschweren. Die Aktie hat in den vergangenen 10 Jahren eine Gesamtrendite (inklusive Dividende) von 597 Prozent erwirtschaftet und schlägt damit den US-Leitindex S&P 500 (+240 Prozent) deutlich.
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Intuit überzeugt mit starkem Wachstum
Auf diese bereits erstaunliche Bilanz packt die Aktie des auf Buchhaltungs- und Finanzmanagementsoftware spezialisierten Unternehmens zur Wochenmitte nochmal 13 Prozent obendrauf. Anlass für die kräftigen Kursgewinne sind die am Dienstagabend vorgelegten Quartalszahlen.
Die haben für das Schlussquartal einen Anstieg der Erlöse um 16,8 Prozent auf 3,96 Milliarden US-Dollar demonstriert, womit die Erwartungen der Analysten um 130 Millionen US-Dollar übertroffen werden konnten.
Als Wachstumstreiber entpuppte sich die Bonitätsbewertungsanwendung Credit Karma mit einem Umsatzanstieg von 36 Prozent auf 511 Millionen US-Dollar. Bei Steuerverwaltungssoftware hatte das Unternehmen hingegen mit einem Rückgang der Erlöse um ein Prozent zu kämpfen.
Gewinnergebnis deutlich gesteigert
Angesichts der geschlagenen Umsatzerwartungen überzeugte auch das Gewinnergebnis. Experten hatten vorab einen Ertrag von 2,58 US-Dollar getippt. Intuit gelangen jedoch 3,32 US-Dollar je Anteilsschein. Das sorgte für das beste Q2-Ergebnis der Unternehmensgeschichte.
Insgesamt erzielte der Konzern mit 593 Millionen US-Dollar einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 61 Prozent höheren operativen Gewinn. Der Nettoertrag landete bei 471 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 33,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt, Q3 etwas unter den Erwartungen
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hat Intuit bekräftigt. Erwartet werden Erlöse in Höhe von 18,16 bis 18,347 Milliarden US-Dollar. Daraus soll ein operativer Ertrag in Höhe von 4,69 Milliarden US-Dollar (Midpoint-Guidance) erzielt werden. Den bereinigten Gewinn pro Aktie schätzt das Unternehmen auf 19,16 bis 19,36 US-Dollar, was einem Wachstum von 13 bis 14 Prozent entspricht.
Im traditionell stärksten dritten Fiskalquartal, hier laufen in den USA bedeutende Steuerfristen ab, erwartet das Unternehmen Erlöse in Höhe von 7,55 bis 7,6 Milliarden US-Dollar und einen bereinigten Ertrag von 10,89 bis 10,95 US-Dollar je Aktie. Das lag jedoch etwas unter den Analystenerwartungen von 11,53 US-Dollar.









Plus 13 Prozent: Aktie zündet den Turbo
An diesem Detail störten sich Anlegerinnen und Anleger aufgrund des guten Abschneidens im vergangenen Quartal jedoch nicht. Die Aktie startete mit einem zweistelligen Plus in den Handel und kann dieses am Montagabend mit einem Plus von über 13 Prozent behaupten – das genügt im Technologieindex Nasdaq 100 für den zweiten Platz hinter Axon Enterprise.
Damit gelingt der Aktie ein Ende der drei Monate anhaltenden Verlustserie. Mit Blick auf die weitere Kursentwicklung ist hervorzuheben, dass der Kurs aus dem Stand über die beiden gleitenden Durchschnitte (50-, 200-Tage-Linie) gesprungen ist und sich die von Investoren erhoffte Trendwende somit bereits vollzogen haben könnte.
Fazit: Enorm hoher Bewertungsaufschlag
Was die Bewertung der Aktie nach dem Kurssprung betrifft, steht auf Basis der unternehmenseigenen Schätzung für 2025 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32,6 zu Buche. Das liegt zwar unter dem Fünfjahresmittel von 38,5, aber deutlich über dem Branchenwert von 23,5. Für die weitere Kursentwicklung wird daher entscheidend sein, ob sich Investoren an der Branche oder an der Historie orientieren.
Für eine Orientierung am historischen Bewertungsdurchschnitt, der ein Aufwärtspotenzial von 25 Prozent bedeuten würde, spricht das überdurchschnittlich hohe Wachstum. Während Intuit in diesem Jahr 12 bis 13 Prozent zulegen soll, wird für die Branche ein Umsatzwachstum von 5 Prozent erwartet. Auch die Ertragsstärke ist höher als die der Konkurrenz. Ob das einen Bewertungsaufschlag von fast 40 Prozent rechtfertigt, ist allerdings fraglich. Aus einer fundamentalen Perspektive gibt es attraktiver bewertete Unternehmen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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