Autobauer in der Krise
Paukenschlag bei VW: Mindestens 3 Werke sollen dicht machen
Die Wolfsburger machen Ernst mit ihrem drastischen Sparplan. Laut Betriebsratschefin Cavallo bleibe kein VW-Werk in Deutschland verschont. Intern wird der Plan als "Giftliste" bezeichnet.
- Drastischer Sparplan bei VW betrifft alle deutschen Werke.
- Mindestens drei Werke sollen geschlossen, Jobs gestrichen.
- IG Metall droht mit Konsequenzen bei Umsetzung der Pläne.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Das Volkswagen-Management plant offenbar drastische Maßnahmen, die weitreichende Konsequenzen für die deutschen Standorte haben könnten. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats um Daniela Cavallo stehen mindestens drei Werke in Deutschland zur Schließung an. Zudem könnten zehntausende Arbeitsplätze gestrichen werden, ein Vorschlag, der für breite Ablehnung bei den Arbeitnehmervertretern sorgt.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen laut Betriebsrat auch Nullrunden bei Gehältern für die Jahre 2025 und 2026, die Auslagerung bestimmter Verwaltungsbereiche und Lohnkürzungen. Intern wird dieser Einsparplan bereits als "Giftliste" bezeichnet, was den Ernst der Situation unterstreicht. Die IG Metall, die in dieser Woche mit dem VW-Management in Verhandlungen tritt, drohte bereits mit Konsequenzen, sollte der Vorstand diese Pläne bestätigen. Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall, warnte gegenüber dem Handelsblatt: "Diese Rabiatpläne des Vorstandes sind in keiner Weise hinnehmbar."
In einer Mitteilung an die Beschäftigten erklärte Cavallo am Montag: "Alle deutschen VW-Werke sind von diesen Plänen betroffen. Keines ist sicher." Die Streichungen betreffen nicht nur einzelne Werke, sondern beinhalten auch deutliche Kürzungen bei Schichten, Montagelinien und Produktionsstückzahlen. Diese Einschnitte sollen offenbar Teil eines milliardenschweren Einsparplans sein, der alle Kernmarken von VW betrifft und die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens sichern soll.
Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der deutschen Werke und Arbeitsplätze wird nun in den kommenden Verhandlungsrunden fallen. Die VW-Aktie liegt am Montag gut 1 Prozent im Minus. In diesem Jahr haben die Papiere fast 20 Prozent an Wert verloren.
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Volkswagen steht schon länger unter Druck, da die Arbeitskosten im Vergleich zu Wettbewerbern wie Toyota sehr hoch sind. Während der japanische Autobauer mit nur halb so vielen Beschäftigten zwei Millionen mehr Autos produziert, kämpft VW mit Effizienzproblemen und finanziellen Belastungen. Der Vorstand um Oliver Blume hatte bereits im September die Verschärfung des Sparkurses angekündigt und dabei auch erstmals Werksschließungen als Option ins Gespräch gebracht – ein Tabubruch bei VW.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Volkswagen (VW) Vz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,54 % und einem Kurs von 91,08EUR auf Tradegate (28. Oktober 2024, 13:14 Uhr) gehandelt.

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