Buy high, sell low
Schon wieder daneben? Cathie Wood verpasst Gewinne!
Cathie Wood hat sich von fast all ihren Anteilen an Zoom Video getrennt. Nun ist die Aktie nach den am Mittwochabend vorgelegten Quartalszahlen gefragt.
- Cathie Wood verkauft fast alle Zoom-Anteile.
- Zoom übertrifft Umsatz- und Gewinnprognosen.
- Aktie erholt sich, jedoch ohne Wood's Unterstützung.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Einen Kurs von bis zu 1.500 US-Dollar je Aktie bis zum Jahr 2026 hatten Cathie Wood und ihr Team einst für Zoom Video in Aussicht gestellt. Lange waren die Anteile des Spezialisten für Videokommunikation eine der größten Positionen von ARK Invest.
Hierzu fehlen der Aktie, die auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie Kurse von 560 US-Dollar erreichte, Stand Mittwochabend rund 2.400 Prozent. Die ersten drei Prozent gelangen nach besser ausgefallen Quartalszahlen als erwartet in der US-Nachbörse – nicht mehr an Bord ist allerdings Cathie Wood, die sich in den vergangenen Monaten einmal mehr nahe Tiefstkursen von der Aktie trennte.
Zoom Video übertrifft Erwartungen
Gegenüber dem Vorjahresquartal konnte sich das Unternehmen beim Umsatz um 1,8 Prozent auf 1,16 Milliarden US-Dollar steigern. Damit konnten die Erwartungen um 10 Millionen US-Dollar übertroffen werden.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie landete bei 1,39 US-Dollar, ein Ergebnis 17 Cent über den Schätzungen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum vor einem Jahr entspricht das einer Verbesserung um 5 Cent je Anteil.
Nach standardisierter Rechnungslegung (GAAP) erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn in Höhe von 219 Millionen US-Dollar und damit rund 40 Millionen US-Dollar mehr als im Jahr zuvor. Daran hatten vor allem Kostensenkungen Anteil. Pro Aktie entspricht das einem GAAP-Gewinn von 0,71 US-Dollar.
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Prognose kann sich sehen lassen
Mit seiner Prognose für das laufende Quartal sowie das Gesamtjahr konnte Zoom Video überzeugen. Für Q3 erwartet das Unternehmen einen Erlös von 1,16 bis 1,165 Milliarden US-Dollar und damit ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen. Der Gewinn je Anteilsschein soll mit 1,29 bis 1,31 US-Dollar über den Schätzungen der Analysten von 1,24 US-Dollar landen.
Für das Gesamtjahr stellte das Management einen Umsatz in Höhe von 4,63 bis 4,64 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das liegt um 10 bis 20 Millionen US-Dollar über den Schätzungen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll mit 5,30 US-Dollar (Mittelpunkt-Schätzung) rund vier Prozent über der Prognose liegen.
Auf diesem Stand wäre das Unternehmen zum Schlusskurs am Mittwochabend mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,4 bewertet. Das Fünfjahresmittel der Aktie liegt bei 120, was einen Abschlag von 90 Prozent, damit aber auch die stark gesunkenen Wachstumserwartungen reflektiert.








Aktie erholt sich – ohne Cathie Wood
Anleger zeigten sich im erweiterten Handel zufrieden mit den von Zoom Video vorgelegten Zahlen. Nach 1,7 Millionen gehandelten Stücken schloss die Aktie in der US-Nachbörse mit einem Aufschlag von 3 Prozent. Bereits im regulären Handel hatten die Anteile Zugewinne von etwa 2 Prozent erzielt.
Die seit drei Wochen anhaltende der Erholung der Aktie findet überwiegend ohne Cathie Wood statt, die sich im Jahresverlauf in mehreren Tranchen von den Anteilen des Unternehmens getrennt hatte, zuletzt Anfang Juli.
Der einzige ihrer ETFs, in dem die Aktie noch enthalten ist, ist der Next Generation Internet. Die Position spielt mit 194 verbliebenen Anteilen mit einem Wert von knapp 12.000 US-Dollar aber keine Rolle mehr.
Fazit: Genau so sollen es Anleger nicht machen
Der Anbieter von Videokonferenzsoftware Zoom Video hat am Mittwochabend zufriedenstellende Quartalszahlen vorgelegt. Das Wachstum ist zwar überschaubar, die Nettomarge mit rund 19 Prozent aber beeindruckend. Auch der Ausblick fiel ordentlich aus und sorgte so für Kursgewinne in der US-Nachbörse.
Die könnten angesichts der äußert moderaten Bewertung der Aktie auch in den kommenden Tagen und Wochen anhalten. Diese Erholung wird aber ohne Cathie Wood stattfinden, die einst ein spektakuläres Kursziel ausgegeben, sich inzwischen aber von fast allen Anteilen getrennt hat – ein weiterer Fall von "Buy high, sell low".
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen

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