Abverkauf läuft
Wie schlimm wird es für Kupfer? Produzentenaktien in Not
Für Kupfer kam es in den letzten Handelstagen knüppeldick. Der Kupferpreis rauschte unter die eminent wichtige Marke von 4,5 US-Dollar. Wie schlimm wird es? Die Produzentenaktien sind bereits in Not.
- Kupferpreis unter 4,5 US-Dollar
- Nachfrage schwach, US-Dollar stark belastet
- Kupferproduzenten wie Southern Copper in Not
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Kupfer – Wie schlimm wird es?
Die Bemühungen des Kupferpreises, im Bereich von 4,5 US-Dollar / lb einen tragfähigen Korrekturboden auszubilden, sind gescheitert. Und das krachend! Die Lage spitzte sich daraufhin deutlich zu. Kupfer tauchte unter die 4,5 US-Dollar ab und nähert sich nun mit großen Schritten der Marke von 4,0 US-Dollar. Ein Test dieses zentralen Preisbereiches scheint aus charttechnischer Sicht unausweichlich.
Stimmungskiller Nachfrage und US-Dollar
In Bezug auf Kupfer muss man die Zeithorizonte beachten und unterscheiden. Auf mittlere und lange Sicht spricht Vieles für ein ausgedehntes Defizit am Markt und somit für deutlich höhere Kupferpreise. Aktuell bietet sich hingegen ein ganz anderes Bild. Steigende Lagerbestände und eine offenkundig schwache chinesische Nachfrage belasten das Industriemetall. Die zuletzt veröffentlichten chinesischen Konjunkturdaten waren auch nicht dazu angetan, die vorhandenen Zweifel zu zerstreuen.
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Der US-Dollar bzw. die Stärke des Greenbacks sind ein weiterer Belastungsfaktor für den Kupferpreis. Eine zügige Entspannung ist von dieser Seite wohl nicht zu erwarten. Die Renditen der wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen drehten zuletzt wieder nach oben. Der US-Dollar-Index, der die Gemütslage des Greenbacks sehr gut widerspiegelt, erfreut sich gegenwärtig einer imposanten Stärke. Der Index klopft derzeit den Widerstandsbereich 106 Punkte / 106,5 Punkte weich. Sollte der US-Dollar-Index den Weg auf der Oberseite fortsetzen und über die 106,5 Punkte ausbrechen, könnte es für Gold, Silber aber auch für Kupfer und andere Metalle eng werden. Dieses Risiko ist nicht zu unterschätzen.
Fazit
Kupfer wirkt fragil. Eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 4 US-Dollar sollte nicht überraschen. Für mittel- bis langfristig agierende Anleger könnte ein solcher Rücksetzer eine interessante Gelegenheit bieten, denn ungeachtet der kurzfristigen Verwerfungen sind die langfristigen Perspektiven für Kupfer exzellent.
Kupferproduzenten in Nöten; zumindest temporär
Southern Copper zählt zu den größten Kupferproduzenten der Welt. Das Unternehmen ist mehrheitlich (89 Prozent) im Besitz der Grupo Mexico. Zudem verfügt Southern Copper nach eigenen Angaben über die weltweit größten Kupferreserven (Stand 2022). Silber, Zink und Molybdän ergänzen das Portfolio von Southern Copper.
Der obere Chart zeigt deutlich, dass die Aktie in den letzten Wochen arg in Bedrängnis geraten ist. Dem markanten Hoch aus dem Mai, das bei knapp 130 US-Dollar ausgebildet wurde, folgte ein knackiger Abverkauf. Spätestens der Rücksetzer unter die 110 US-Dollar brachte Southern Copper erheblich in Bedrängnis. Aktuell ist der zaghafte Versuch der Wiedergutmachung zu beobachten. Southern Copper versucht sich an einem Comeback oberhalb von 110 US-Dollar. Doch das Ganze wirkt noch recht zerbrechlich. Bereits ein Rücksetzer unter die 104 US-Dollar / 100 US-Dollar wäre ein herber Rückschlag. Eine Neubewertung würde in diesem Fall notwendig. Gleichzeitig müssten weitere Abgaben in Richtung 88 US-Dollar erwartet werden. Aber auch in Bezug auf Southern Copper gilt: Kurzfristig durchaus etwas wacklig, langfristig aber mit großen Chancen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

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