Zertifikatemarkt 2011

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Emittenten erwarten härteren Wettbewerb

Der Wettbewerb in der Zertifikatebranche wird im kommenden Jahr überwiegend über die Serviceleistungen und die Produktqualität ausgetragen. Das ist ein Ergebnis der jährlichen Umfrage, die der Deutsche Derivate Verband (DDV) bei insgesamt 24 Emittenten durchgeführt hat, die zusammen deutlich mehr als 95 Prozent des Marktes für Strukturierte Produkte repräsentieren. Die Hälfte der Befragten hält den Ausbau von Serviceleistungen künftig für ausschlaggebend. Ein Drittel geht davon aus, dass die Produktqualität der bestimmende Erfolgsfaktor sein wird. Nur 17 Prozent glauben, dass es zum verstärkten Preiswettbewerb kommen wird. Zwei Drittel und somit die deutliche Mehrheit der Befragten sah sich bereits 2010 einem schärferen Wettbewerb gegenüber. 

 

Zuversicht für den Markt

Zugleich ist die Hälfte der Umfrageteilnehmer überzeugt, dass die Zahl an Emittenten im nächsten Jahr gleich bleiben wird. Nur 17 Prozent gehen von weniger Anbietern am Zertifikatemarkt aus. Ein Drittel rechnet in Zukunft sogar mit einer steigenden Zahl. „Diese Beurteilung beruht nicht zuletzt auf der positiven Markteinschätzung“, sagt Dr. Hartmut Knüppel, geschäftsführender Vorstand des DDV. Denn drei Viertel der befragten Zertifikate-Emittenten glauben an eine weitere positive Entwicklung des Marktes für Anlage- und Hebelprodukte im ersten Halbjahr 2011. Ein Viertel erwartet keine Veränderung, und keiner der Teilnehmer geht von einer Verschlechterung der derzeitigen Lage aus. 

 

Klassiker dominieren

Mit Blick auf die künftige Struktur der Anlageprodukte waren sich zwei Drittel der Befragten einig, dass weiterhin einfach strukturierte Zertifikate das Produktangebot bestimmen werden.

Kapitalschutz-Zertifikate werden nach Ansicht von mehr als 33 Prozent die gefragtesten Produkte sein. 20 Prozent erwarten hingegen eine verstärkte Nachfrage nach Bonus-Zertifikaten, während ebenso viele Emittenten in den Aktienanleihen die beliebteste Produktkategorie sehen. Über 70 Prozent der Emittenten schätzen, dass Indizes als Basiswert in der Anlegergunst am höchsten stehen werden. Keiner der Befragten glaubt, dass Privatanleger künftig in Aktienkörbe oder Währungen als Basiswerte investieren werden.  

„Die Zertifikatebranche geht offensichtlich von der Wachstums- in die Reifephase über. Die Emittenten haben aus der Vergangenheit gelernt und verzichten bei Produkten für den privaten Anleger in aller Regel auf komplexe Strukturen. Von der Wettbewerbsintensität bei gleichbleibenden Preisen sowie besseren Services profitieren die Privatanleger unmittelbar. Gleichzeitig gibt es umfangreiche Initiativen für Transparenz und Aufklärung. Jüngstes Beispiel hierfür sind die Produktinformationsblätter für alle Zertifikatekategorien. Hier greift die Branche den künftigen Anforderungen des Anlegerschutzgesetzes sowie den sich abzeichnenden europäischen Regelungen bereits vor und geht sogar noch darüber hinaus“, so Dr. Hartmut Knüppel. 

 

Angebot nimmt zu

Mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer ist sich einig, dass höchstens ein Viertel der Privatanleger, die in Zertifikate investieren, Selbstentscheider sind. 38 Prozent gehen von einem Anteil an Selbstentscheidern von bis zu 50 Prozent aus. Nur 8 Prozent glauben, dass bis zu drei Viertel der Privatanleger ohne Beratung ihre Investition vornehmen. Die derzeitige Zahl von etwa 500.000 Produkten wird nach Einschätzung von etwas mehr als der Hälfte der Befragten im kommenden Jahr noch steigen. 37 Prozent erwarten keine Änderung. Nur 8 Prozent gehen davon aus, dass die Zahl der Produkte im nächsten Jahr deutlich unter der derzeitigen Marke von 500.000 liegen wird. Anfang Dezember 2010 waren an den Börsen 228.013 Anlagezertifikate und 290.330 Hebelprodukte notiert. 

 

„Auf jedem Markt ist ein großes Produktangebot für den Verbraucher von Vorteil, solange es geeignete Bewertungs- und Auswahlverfahren gibt. Die allgemeine Risikokennzahl und die Zertifikate-Ratings geben dem Anleger im Zertifikatebereich eine gute Orientierung. Sobald der Anleger sich eine Marktmeinung gebildet und seine Risikoneigung bestimmt hat, kann er fast jede Anlageidee mit den zugehörigen Produkten umsetzen. Dann wird die große Auswahl an Papieren sehr schnell übersichtlich. Wenig erfahrenere Anleger sollten allerdings ein ausführliches Beratungsgespräch führen. In jedem Fall muss sich der Privatanleger vor einem Kauf ausreichend über Chancen und Risiken des jeweiligen Zertifikates informieren. Und eines gilt immer: Anleger sollten nur kaufen, was sie verstehen“, so Lars Brandau, Geschäftsführer des DDV.

 

 


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